Letzte Woche war ich mal wieder für ein paar Tage in meiner zweiten Heimat Berlin. Das Wichtigste war mir meine Freunde wieder zu sehen und alte Bekannte zu treffen. Aber auch der Besuch im Paule und Schnitzelpuff war wieder mal besonders schön und lustig. – Und endlich wieder mal einen leckeren Döner mit frischer Minze und Zitrone verspeist :o)

Erschrocken bin ich jedoch wie sehr sich die Stadt schon wieder verändert hat – zum Negativen. Die Friedrichshainer Atmosphäre ist komplett anders als “früher”. Inmitten unzähliger Touris (blockieren die linke Seite auf der Rolltreppe, stellen sich mitten auf den Gehsteig, die Straßenkarte studierend) und Drogen-Dealern herrscht eine ganz andere Stimmung. Was sich früher meist entspannt und locker angefühlt hat, ist nun hektisches Großstadt-Getummel zwischen top-sanierten Loft-Bauten und kommerzialisierten Einkaufs-Centern, die dem früheren Flair von Altbauten den Charme rauben. Berlin ist zu voll, zu trubelig und zu laut geworden – und damit meine ich nicht den allgemeinen Großstadt-Lärm.
Ich hatte das so schon so empfunden noch bevor ich vor zwei Jahren nach Würzburg gezogen bin, dieses Mal jedoch kam es mir noch eine Stufe schlimmer vor. Jost sagte zu mir, dass “Berlin seine Seele verkauft hat”. Und das trifft es meiner Meinung nach. – Nichts desto trotz komme ich gerne in diese Stadt zurück, es gibt so viele Ecken, zu denen ich schöne Erinnerungen habe und zu denen ich mich immer noch eng verbunden fühle (ich weigere mich übrigens die Tatsache anzunehmen, dass ich während meiner Besuche auch ein Touri bin ;o)).

Habe auch ein paar neue Fotos gemacht, die hier angesehen werden können (im Nachhinein schade, dass ich keine bessere Kamera dabei hatte, sonst hätte ich wahrscheinlich auch mehr fotografiert).

Und ein neues Foto von “meinem” Hinterhof in der Warschauer Straße (der glücklicherweise immer noch keiner Penthouse-Immobilie weichen musste – oh’ Wunder, oh’ Wunder!)

By the way: Kenne das ja eigentlich auch, wenn man neu an einem Ort ist und wenig Orientierung hat. Das typische Touri-Verhalten, das mich in Berlin so rasend macht. Wenig Verständnis habe ich allerdings nach wie vor für Leute, die für ein paar Tage nach Berlin reisen, weil sie auch mal cool sein und “so richtig die Sau rauslassen” wollen, an Hauswände pinkeln und nachts grölend durch die Straßen ziehen.